R129 - ein Klassiker von morgen

Im März 1989 präsentierte Mercedes-Benz als Nachfolgemodell der Baureihe R/C 107 SL-Klasse einen neuen Roadster der Baureihe R 129 – SL mit den Modellen 300 SL, 300 SL-24 und 500 SL. Die neu konstruierten Modelltypen hatten keine nennbaren Gemeinsamkeiten mit ihrem Vorgänger. Eher bedienten sie sich der Antriebstechnik der jeweils parallel gebauten Mercedes-Benz S-Klasse.

Für die Fahrgastsicherheit dieser außerordentlich schnellen Roadster 129 - SL sorgte ein neu entwickelter Überrollbügel, der sich binnen 0,3 Sekunden bei einem drohenden Überschlags aufstellte. Zusätzlich hatte der Fahrer die Möglichkeit, den Überrollbügel manuell aufzustellen. Ein weiterer Insassenschutz waren die ebenfalls neu entwickelten Integralsitze mit integriertem Gurtsystem.

Der Roadster 129 war serienmäßig mit einem elektrohydraulischen Verdeck ausgestattet, welches sich innerhalb von 30 sec öffnen bzw. schließen konnte. Automatisch schlossen sich diesem Vorgang die Seitenscheiben und der Überrollbügel an. Das Hardtop bestand aus Leichtmetall und war um 10 kg leichter als sein Vorgängermodell. Eine weitere Innovation war das so genannte „Windschott“. Ein eingerahmtes luftdurchlässiges Gitter, welches am Überrollbügel befestigt werden konnte und das bei geöffnetem Verdeck deutlich Windgeräusche und Zugluft reduzierte. Ebenfalls serienmäßig wurden alle Modelle mit dem Anti-Blockier-System ABS ausgestattet.

Die Modelltypen der Baureihe R 129 wurden durchgängig mit Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder-Motoren angeboten. Der 300 SL kam mit einem überarbeiteten 3,0-Liter-Sechszylinder-Motor (PS 190) und mit einem Katalysator ausgerüstet auf dem Markt. Der 300 SL-24 erhielt mit seinem 3,0-Liter-Vierventilmotor (230 PS) eine erweiterte Version des 3,0-Liter-Sechszylinder-Motors und das Topmodell 500 SL einen leistungsstarken 5,0-Liter-V8-Vierventilmotor (PS 326). Aufgrund der hohen Motorleistung wurden am 500 SL Kurbelgehäuse, Kurbelwelle und Pleuelstangen verändert.

Ab Oktober 1992 war der 600 SL mit einem rund 400 PS starken 6,0-Liter-V12-Motor lieferbar. Zu der Grundausstattung gehörten serienmäßig unter anderem ein Tempomat, automatisch abblendbare Innenspiegel, Klimatisierungsautomatik, Lederpolsterung und Sitzheizung.

Im Juni 1993 wurden die Typenbezeichnungen der SL-Klasse den weiteren Mercedes-Benz Modellklassen angepasst. Die Kürzel „SL“ wurden nun der dreistelligen Typenbezeichnung vorangestellt.

September 1995 aktualisierte Mercedes-Benz den SL 500 und den SL 600. Beide SL-Modelle erhielten technisch überarbeitete Motoren, die den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoff-Emissionen senkten. Auch ein völlig neu entwickeltes 5-Gang-Automatikgetriebe mit elektronischer Steuerung, welches das hydraulisch gesteuerte Getriebe ablöste wurde eingebaut und das Elektronische Fahrstabilitäts-Programm ESP kam hinzu. Ein Jahr später waren die Sechszylinder-Typen SL 280 und SL 320 ebenfalls mit dem neuen Automatikgetriebe und dem ESP-System lieferbar.

Ende April 1998 erfolgte eine weitere Aktualisierung der SL-Modelltypen mit neu entwickelten Motoren und leicht überarbeitetem Design. Es folgte die Einführung der neuen V-Motorengeneration mit Sechs- und Achtzylindern, welche bis zu 10 % weniger Kraftstoff verbrauchten. Der SL 600 verfügte auch weiterhin über den Zwölfzylindermotor. Äußerlich wurde die Heckpartie leicht verändert und die Außenspiegel erhielten eine runde Form.

Im Frühjahr 1999 wurde die Baureihe R 129 um den SL 55 AMG mit einem V8-Motor (354 PS) und dem SL 73 AMG mit einem V12-Motor (525 PS) ergänzt. Auf Wunsch des Kunden konnten die elektronisch auf 250 km/h festgelegte Höchstgeschwindigkeit beider Modelle technisch aufgehoben werden.

Modellvarianten der Baureihe R129:

• 300 SL / 300 SL-24 / SL 280 / SL 320 / SL 500 / SL 600 / R 129 - SL
• SL 55 AMG / SL 60 AMG / SL 73 AMG / R 129 – SL

Im Produktionszeitraum 1989 – 2001 wurden insgesamt etwa 204.940 Fahrzeuge der Baureihe R 129 - SL gebaut. Im Juli 2001 lief das letzte Modell der Baureihe R 129 vom Band.

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